Anträge

Digitalisierungs – Strategie für Pinkafeld

Gemeinderatssitzung am 6. November 2020

Antrag:

Die Stadtgemeinde Pinkafeld sieht die Digitalisierung als Chance zur Innovation und als treibende Kraft von Veränderungsprozessen und erarbeitet deshalb eine Digitalisierungsstrategie für Pinkafeld, um die digitale Transformation aktiv zu gestalten. Dazu wird

  1. ein „digitales Leitbild“ bis 31.12.2021 entwickelt und beschlossen;
  2. aus dem digitalen Leitbild bis 31.12.2021 die „digitale Agenda Pinkafeld“ abgeleitet und beschlossen;
  3. bis 31.03.2021 ein „Digitalisierungsgemeinderat“ mit der Koordination der Digitalisierungsmaßnahmen betraut;
  4. in der Gemeindeverwaltung bis 31.03.2021 ein/e Mitarbeiter_in als „Digitalisierungsbeauftragte_r“ ernannt.

Begründung:

Der digitale Wandel umfasst alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft und ist in vielen Bereichen bereits Realität geworden. Die Ereignisse im Jahr 2020 haben eindrücklich vor Augen geführt, wie notwendig und welche positive Auswirkungen richtig verstandene Digitalisierung haben kann. Stichwort: Home-Office, Digital learning

Digitalisierung ist ein Mittel zum Zweck, das der Erreichung kommunaler Entwicklungsziele und der Bewältigung kommunaler Herausforderungen dient.

Um die Chancen zu nutzen und den Risiken einer falsch verstandenen Digitalisierung entgegenzuwirken zu können ist es sinnvoll, ja notwendig eine Digitalisierungsstrategie für die Stadt zu entwickeln. Diese sollte folgende Eckpunkte enthalten: Ausgehend von einer Vision sollen Ziele, Handlungsfelder, Maßnahmenkatalog und ein Monitoringkonzept erarbeitet werden. Es braucht ein ‚Leitbild Digitalisierung‘ und eine daraus abgeleitete ‚digitale Agenda‘.

In dem ‚Leitbild Digitalisierung‘ geht es darum, ein breites Spektrum konkreter und praxisnaher digitaler Anwendungsmöglichkeiten sowie Ansätze für deren Umsetzung darzustellen. Dazu braucht es einen Dialog zwischen Verwaltung, Gemeindepolitik und Bürger_innen sowie klare Verantwortlichkeiten. Für die Akzeptanz und somit die erfolgreiche Umsetzung ist es wesentlich, das Leitbild im Dialog mit Bürger_innen und Mitarbeiter_innen der Verwaltung zu entwickeln.

Digitalisierung ist eine Organisationsaufgabe. Neben der Definition neuer Prozesse müssen alte Gewohnheiten überdacht und neue Organisations- und Kommunikationsstrukturen eingeführt werden. Digitalisierung ist eine sinnvolle und zweckmäßige Möglichkeit, Prozesse neu zu gestalten, zu automatisieren, zu optimieren und die Nutzungsfreundlichkeit zu verbessern.

Die Förderung des Know-hows und die Weiterbildung des Verwaltungspersonals sind für das Fortschreiten der Digitalisierung elementar.

Da bei isolierter Betrachtung der Handlungsfelder die Gefahr besteht, dass eine unüberschaubare Zahl von nicht aufeinander abgestimmter Einzellösungen für die einzelnen Bereiche entsteht, ist Koordination auf der politischen wie auf der Verwaltungsebene für eine erfolgreiche Umsetzung Voraussetzung. Unkoordinierte Initiativen können schnell zu Unvereinbarkeiten und damit zum digitalen Stillstand, mindestens jedoch zu massiven Fehlinvestitionen führen. Es muss daher mit Weitblick geplant und umgesetzt werden.

Datenschutz und vor allem Datensicherheit sind selbstverständliche Punkte, auf die besonders geachtet werden muss.

Die digitale Gemeinde der Zukunft umfasst viele unterschiedliche Handlungsfelder. Beispielhaft – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – seien genannt:

Digitale Infrastruktur, Digitalisierung der Verwaltungsdienstleistungen, digitale Angebote in den Bereichen Bürgerservice, Mobilität, Bürgerbeteiligung, Nachbarschaftshilfe & Ehrenamt, Veranstaltungsmanagement, lokale Wirtschaft, Leerstandsmanagement, Tourismus, Bildung, Gesundheit, Kultur & Freizeit sowie Umwelt & Energie, interkommunale Kooperation.

Die digitale Zukunft in der Gemeinde soll mit einer Digitalisierungsstrategie aktiv gestaltet werden. Dabei handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der laufend evaluiert und adaptiert werden muss.

Wir sollten jetzt damit beginnen und ersuchen um Zustimmung zu unserem Antrag.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.